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Rücktritt der Gleichstellungsbeauftragten Siery Mennecke

Rien ne va plus! Nichts geht mehr…genau so muss Frau Mennecke empfunden haben.

Mit großem Bedauern mussten wir diese Nachricht zur Kenntnis nehmen. Da zieht eine Frau die Konsequenzen, die wirklich viel Kraft, Energie, Ideen und wahnsinnig viel ehrenamtliches Engagement investiert hat. Sie trennt sich sicherlich nicht von der Gleichstellungsarbeit und den vielen Frauen, deren Wege sie schon so viele Jahre begleitet hat, sondern, wie ich aus der Zeitung entnehmen konnte, von einem Bürgermeister und seiner Verwaltung, die, anstatt sie in allem zu unterstützen und ihr Hürden aus dem Weg zu räumen, nichts anderes zu tun hatte, als ihr immer wieder neue Steine in den Weg zu legen und ihre Arbeit zu verhindern und zu diffamieren, wo immer es ging.

Anstatt ihre Arbeit als Bereicherung zu verstehen, wurde sie als Konkurrenz und Bedrohung gesehen, und nach außen hin wurde immer wieder beteuert, dass die Welt im Alten Amt gerade für Frauen das Himmelreich auf Erden sei und somit gäbe es keine Veranlassung, dass Gleichstellungsarbeit nötig wäre. Ja, Frauenarbeit im Besonderen wurde bei uns in Stammtischmanier nur belächelt. Man fragt sich natürlich, warum dann die Resonanz auf ihre Angebote und Projekte so positiv war.

Gerade in dieser Woche  wieder die Schlagzeilen, dass Frauen in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt noch immer erheblich benachteiligt sind gegenüber männlichen Kollegen.

Gesetze gegen Gewalt in der Ehe, die immensen Anstrengungen im Bereich der Kindertagesstätten zur Betreuung von Kindern, die Gefahr zum Sozialfall zu werden, wenn man allein erziehend ist…all dies spricht doch gerade für die Notwendigkeit von Gleichstellungsarbeit.

Wir verlieren nicht nur eine engagierte Frau mit viel Courage und Mut, eine kompetente Beraterin, sondern ein ganzes Paket an Ideen, ein stabiles Netzwerk für Frauen. Wir wünschen uns, dass viel von dem, was Frau Mennecke initiiert und begleitet hat, noch lange Bestand hat und dass das Engagement der Frauen, die mit ihr zusammengearbeitet haben, nicht nachlassen wird. Und wir erwarten in der Zukunft für Gleichstellungsprojekte jeglicher Art in der Gemeinde Kalefeld sehr viel mehr Unterstützung.
 


Die Entscheidung fällt an der Mülltonne

Denkt man an Müll, dann denkt man heutzutage unweigerlich auch an Recycling.

Was hat man sich in den 70ern noch amüsiert über die Öko-Welle und so manchem „Mülltrenner“ wurde belächelnd nachgesagt, auch den einfachen Teebeutel komplett zu recyceln. Den Tee samt Tütchen und Band in den Kompost. Über das Band wurde immer diskutiert, denn nur Naturfasern lassen sich kompostieren. Das Papierchen in den Papiermüll und die kleine Heftklammer ins Altmetall.

Wie an so manch Skurrilem findet man Jahre später plötzlich ein Quäntchen Wahrheit und mit dem zunehmenden Mangel an Rohstoffen gewinnt Wiederverwertung an Bedeutung und alle trennen munter mit, nicht zuletzt, weil sich niemand mehr eine große Mülltonne leisten kann. Gebühren eben, aber darauf komme ich später nochmals zurück.

Eine ganze Industrie hat sich gebildet, um die entsprechenden Müll-Behälter, Müll-Beutel,

Müll- Sammelcontainer oder Müllfahrzeuge zu produzieren. Recyclinghöfe sprießen wie Pilze aus dem Boden, Müll wird quer durch Europa gefahren bis nach China.

Wir passen derweil auf, dass wir ja keinen Abfuhrtermin verpassen, denn sonst sitzen wir 4 oder 8 Wochen auf unserem Müll, was besonders im Sommer ausgesprochen unangenehm sein kann.

Wenn sich so viele Firmen mit dem Thema befassen, dann kann dieses nur eines bedeuten: Müll bringt Geld ein, zumindest bestimmte Rückstände aus modernen Haushalten.

Gold, Kupfer, Platin, Aluminium, Glas, Kunststoffe…das reinste El Dorado.

Und Papier….für dessen Aufbewahrung und Sammlung in meiner Küche mittlerweile ein ganzer Schrank reserviert ist, um der Papierflut Herr (in diesem Falle eher Dame) zu werden.

Doch eines Tages staune ich nicht schlecht, eine Riesen-Mülltonne vor meinem Haus. Da kann ich gleich die Werbung vom Briefkasten ohne Zwischenstopp hineinwerfen, denke ich mir hoffnungsfroh. So ein Service, endlich nimmt mal jemand die Raumknappheit ernst und hilft mir beim Sortieren und Entsorgen. Aber wie immer, hatte auch dieses Geschenk einen oder mehrere Haken. Diese Tonne gehörte gar nicht zum Landkreis Northeim, an den ich immer mit Verspätung meine Müllgebühren entrichte, sondern einem privaten Papiersammler, der den kostbaren Rohstoff sehr gerne verkaufen möchte.

Papier ist wertvoll! Pro Tonne etwa 100€.  

Ich musste natürlich auch gleich wieder an all die angeblich karitativen Altkleidersammlungen denken und dass man lange glaubte, man täte etwas Gutes für arme Menschen in der Welt, bis klar war, dass wir damit die Manufakturen der armen Länder zerstören und sehr wenige Menschen sehr reich machen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, denn manches landet auch in Kleiderkammern oder Katastrophengebieten.

Aber Papier in Katastrophengebieten?

Ich komme ins Grübeln. Wenn ich also etwas wirklich Wertvolles verschenke, nur für eine Gratis-Mülltonne und ein wenig Bequemlichkeit, mache ich es mir etwas leicht.

Ein wenig im Internet recherchiert, stelle ich fest:

  • dass z.B. im Emsland schon wahre Kämpfe ausgetragen wurden um den kostbaren Rohstoff
  • dass die Arbeitsbedingungen in diesen Firmen wirklich furchtbar sind
  • in Hamburg karitative Vereine, die oftmals auf die Einnahmen aus solchen Aktionen angewiesen sind, um ihre Arbeit fortsetzen zu können, bedroht werden,
  • manche Landkreise eigene Tonnen anschaffen wollen, um den Rohstoff weiter zu sammeln und deren Tonnen entfernt werden,
  • die Lage ist wirklich ernst
  • wenn wir dem Landkreis und damit uns selbst diesen wichtigen Rohstoff wegschenken, dann werden unweigerlich die Müllgebühren steigen, weil die Einnahmen aus dem Verkauf fehlen

Zum Glück hat der Landkreis angekündigt, ebenfalls große Tonnen anzuschaffen, denn die Idee ist gut. So lange kann ich also noch warten und mein Küchenschrank muss eben noch ein bisschen herhalten. In der Zwischenzeit entrümpele ich noch meinen Schuhschrank und hoffe, dass die Schuhe einem guten Zweck zugeführt werden.

Ute Wardelmann
Mülltrennerin

 

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