SPD Ortsverein Altes Amt

 

Willershausen stellt sich vor
von Hermann Henze

Willershausen ist nach meiner Meinung wohl der schönste und interessanteste Ort, den ich kenne. Natürlich habe ich festgestellt, dass es auch anderswo ebenso interessant sein kann.
Ertragreiches Ackerland, gute Wasserversorgung durch Quellen und der Zusammenfluss innerhalb des Ortes von Aue und Düderoder Bach, sowie eine relativ günstige Anbindung an alte Verkehrswege (Forstweg, Frankfurter Heerstraße) bildeten gute Siedlungsbedingungen für die Entwicklung des Dorfes Willershausen.
Die früheste nachweisbare Nennung des Ortsnamens stammt aus dem Jahre 1294, wo das Dorf als Wildrekeshusen auftaucht. 1994 wurde aus diesem Grund die 700-Jahrfeier der Ortschaft unter Beteiligung der gesamten Dorfbevölkerung begangen.
Die evangelisch – lutherische Alexanderkirche in Willershausen hat eine große Bedeutung bis in die heutige Zeit. Der Kirchenkreis umfasste bis 1936 die Pfarrgemeinden Düderode, Eboldshausen, Echte, Harriehausen, Kalefeld, Sebexen, Willershausen sowie den Filialort Wiershausen. Heute ist sie der Sitz der Kirchengemeinden Westerhof, Oldershausen und Willershausen. Die jetzige Kirche wurde 1750 erbaut.
Vom 14. - 17.Jahrhundert tauchen die Namen "von Oldershausen", die "Herren von Bovenden", die "Herren von Gittelde", sowie die Familie "von Diepenbriok" als Lehnsherren auf. Letztere wohnten in der so genannte Wasserburg.
Im 18.Jahrhundert gehörte Willershausen zum königlichen Amt Westerhof.

Die Einwohner des Dorfes lebten bis in das frühe 20.Jahrhundert hauptsächlich von der Landwirtschaft aber auch ein reges dörfliches Handwerk (Stellmacher, Schlosser, Elektriker, Schmied usw.) war ortsansässig. Zum Beispiel gab es 1777 45 Handwerker, hier hauptsächlich 15 Leinweber, 8 Schuster und 2 Müller.
Seit mindestens dem 16.Jahrhundert bestand in Willershausen eine Ziegelei, welche aber 1977 den Betrieb eingestellte. Neben dem wirtschaftlichen Wert dieser Ziegelei erkannte man im ersten Viertel dieses Jahrhunderts die enorme wissenschaftliche Bedeutung seiner Tongrube für die Geologie. Die Tonkuhle als Fossillagerstätte ließ Willershausen in Fachkreisen zu internationaler Bedeutung kommen.
Fauna und Flora vor ca. 3Millionen Jahren wurden hier hauptsächlich von Dr. Adolf Strauß, Berlin, entdeckt. Das Willershäuser Ortswappen (1985 erstellt) weist neben der alte Verbindung zum Kloster Fulda durch das Fuldarer Stiftskreuz auf die Bedeutung der Fossillagerstätte mit dem Farnblatt hin.
Die gewinnbringenden Westerhöfer und Oldershäuser Forsten mit ihren besonderen Fichtenkulturen bedingten auch für Willershausen eine enge Verbindung zur Forstwirtschaft. Eine Darre (Trockenanlage) 1850-1930 zur Gewinnung von Fichtensamen stand in Willershausen. Die Arbeit im Wald war für Frauen, Männer und oft auch für Kinder ein ertragreicher Nebenerwerb.
Ende des 19.Jahrhundert entwickelten sich auch in Willershausen zunehmend größere Holzgewerbebetriebe, wohl auch begünstigt durch die Einrichtung der Kreisbahn Osterode - Kreiensen.
Sägewerke, Holzhandlungen, Möbeltischlerei, Dresch- und Landmaschinenfabrik, Leiternfabrik, Ausbau der Ziegelei und der Handwerksbetriebe machten Willershausen zu einem Gewerbezentrum im Alten Amt. Näherei und Gummiwerk sorgten zusätzlich im 2.Weltkrieg und kurz danach für Arbeitsplätze. Als letzten Nachfolger dieser Zeitepoche kann man wohl die Firma Bosch ansehen.

 
Wie in den meisten Dörfern unserer Gegend ist es bei uns heute so, dass ein Großteil der Bevölkerung seinen Arbeitsplatz außerhalb des Ortes hat.
Die Schulentwicklung hat auch in Willershausen ihre zwei Gebäude schließen lassen, so das die Jüngste nun nach Westerhof, danach in Düderode und  Kalefeld zur Schule gehen.

Neben der Alexanderkirche gibt es seit den 50ziger Jahren auch die Neuapostolische Kirche (seit 1995 mit eigenem Kirchgebäude).

 
Das Vereinsleben ist vielfältig: Singkreis, Reichsbund, Sportverein, Schützenverein, Gesangverein, Heimatverein, Rotes Kreuz, Wasserleitungsgenossenschaft, Jagdgenossenschaft, Forstgenossenschaft sowie die Freiwillige Feuerwehr gestalten abwechslungsreich das Jahresgeschehen. Nicht zu vergessen die SPD-Abteilung des Ortsvereins Altes Amt, die mit zurzeit 22 Mitgliedern sich ebenfalls um die Belange des Dorfes und seiner Bevölkerung gemeinsam mit dem Ortsrat, der seit 1996 von der SPD mehrheitlich besetzt ist, kümmert. Eine Patengemeinschaft mit der BKB Osterode sowie mit dem Ort Hachelbich bei Sondershausen sind noch zu benennen.
Der Siedlungsbereich Braukamp / Kleekamp weißt 90 Haushalte auf, so dass er genau so groß ist wie das Altdorf. Zu bemerken ist, daß in etlichen Häusern im Altdorf nur noch eine ältere Person wohnt
Nachdem die Post dicht gemacht hat und das Telefonhäuschen, welches im Herbst 1998 verschwinden soll, gibt es noch ein Lebensmittelgeschäft, eine Mehrzweckhalle der Gemeinde Kalefeld, Sportheim, Schützenhaus, Feuerwehrgerätehaus und zwei Gastwirtschaften.
Unsere Dorfgemeinschaft kann man als durchaus intakt bezeichnen.


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